Occhi (it. Augen) ist eine Handarbeitstechnik, bei der mittels des auf ein Schiffchen aufgewickelten Fadens Spitzen hergestellt werden. Da die einzelnen Glieder der Spitze wie kleine Augen aussehen, nennt sich diese Technik "Occhi". Die Technik kam im Mittelalter als Makuk nach Europa, da es aber eine weltweit verbreitete Technik war, ist der wirkliche und ursprüngliche Name in Vergessenheit geraten. Sogar in ägyptischen Grabstätten hat man Arbeiten gefunden, die dem Occhi zuzuordnen sind. Bezeichnungen sind Schiffchenspitze, Frivolité, bezogen auf die Luftigkeit/Leichtigkeit der Arbeit und (englisch) Tatting. Zuerst war diese Handarbeit den höheren Damen vorbehalten. Da die Arbeitsgeräte und das Material sehr klein und zierlich sind, und ohne Weiteres auch in kleine Handtaschen passen, war es stets zur Hand.

Schiffchen
Das Schiffchen ist etwa so lang wie ein Daumen und besteht aus zwei ovalen, leicht gebogenen Platten mit einer Spule dazwischen. Die schmalen, leicht spitz zulaufenden Enden der Ovale berühren sich leicht, so dass das aufgewickelte Garn sich nicht von alleine abwickeln kann, wenn das Schiffchen am Faden herunterhängt.

Früher bestanden die Schiffchen oft aus Elfenbein, Schildpatt oder Silber. Heute sind sie für wenig Geld und sehr funktionell aus Kunststoff im Handel. Einige Modelle haben auch kleine "Nasen". Die sind hilfreich, wenn man zum Anschlingen (d. h. zum Verbinden) den Faden durch eine kleine Schlinge ziehen muss. Meist benutzt man eine Häkelnadel, was aber bei Schiffchen mit Nase überflüssig ist.

Technik
Die Technik besteht aus lauter Knoten, die auf einen Trägerfaden gereiht werden. Dieser Trägerfaden wird dann zu einem Ring zusammengezogen, wodurch die so genannten Augen entstehen. Die typischen Spitzen werden aber nicht nur aus Ringen hergestellt, sondern auch aus Bögen, die meist die Verbindung der Ringe herstellen. Bögen werden mit zwei Schiffchen gearbeitet. Als Schmuck werden mehr oder wenig "Pikots" eingearbeitet. Das sind kleine Fadenschlingen, die entstehen, wenn man die Knoten nicht unmittelbar aneinander arbeitet, sondern etwas Faden dazwischen stehenlässt. Beim Zusammenschieben der Knoten wölbt sich dann die kleine Schlinge hoch, die der Occhi-Spitze das typische und außergewöhnliche Aussehen verleiht. Zudem werden Verbindungen zwischen den verschiedenen Ringen und Bögen meist an den Pikots angeschlungen. Meist werden zarte Garne verwendet, wie etwa beim Spitzenhäkeln oder auch Klöppeln.

Man unterscheidet mindestens 3 verschiedene Techniken des Occhi. Es sind dies:

1. Klassisches Occhi, wie oben beschrieben.

2. Kreatives Occhi, entwickelt im Jahre 1987 von Helma Siepmann. Sie entwickelte aus dem klassischen Occhi heraus den Kreativknoten und die Knüpfelemente Ösenring, überhäkelter Ösenring, zusammengefasster Ösenring und Ösensteg, mit denen sich spielerisch alle Naturformen erarbeiten lassen; außerdem die Arbeitsweise mit drei Schiffchen. Damit gibt sie jedem das Werkzeug zur Entfaltung der eigenen Kreativität in die Hand.

3. Occhi mit der Nadel. Das Occhi mit der Nadel unterscheidet sich von der Technik mit dem Schiffchen dadurch, dass man mit dem links gehaltenen Faden des Knäuels die Doppelknoten bildet an Stelle des mit der rechten Hand gehaltenen Schiffchens. Das Aufwickeln des Schiffchens entfällt und man hat eher die Möglichkeit, Fehler zu korrigieren, da die Doppelknoten sich bis ein Ring oder Bogen beendet ist, auf der Nadel befinden, und diese leicht wieder herausgezogen werden kann.
 

(Eigene Recherche und Auszug aus Wikipedia)

 

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